Lange Nacht der Tiroler Literatur mit Barbara Tilg & Margit Weiß; Emil Kaschka & Daniel Weissenbach; Michèle Ives Pauty & Martin Mader

20. März 2026 ab 18 Uhr
– 18:00 Uhr: Barbara Tilg & Lisa Weiß
– 19:00 Uhr: Emil Kaschka & Daniel Weissenbach
– 20:00 Uhr: Michèle Ives Pauty & Martin Mader

📍Innsbruck | Literaturhaus am Inn. Josef-Hirn-Str. 5
🎤Moderation: Gabriele Wild, Irene Zanol und Maria Piok
💰Eintritt: frei | Reservierung nicht erforderlich

Mehr Informationen: www.literaturhaus-am-inn.at

Barbara Tilg erweitert in ihrem Werk He, Obstdiebin!“ (Bibliothek der Provinz) die Erzählung Die Obstdiebin von Peter Handke auf einer visuellen Ebene. Statt einer Nacherzählung legen ihre Illustrationen einzelne Aspekte frei und laden zu neuen Interpretationen ein. Sie arbeitet mit dem Verfahren der Kratztechnik, das einerseits der formalen Gestaltung dient, andererseits aber auch auf inhaltlicher Ebene tiefere Schichten offenlegt und dazu auffordert, etablierte Sichtweisen infrage zu stellen.

Vita Barbara Tilg: geboren 1963 in Zams, absolvierte ihr Studium in Germanistik und Anglistik an der Universität Salzburg. Sie hat langjährige Erfahrung in der Lehrtätigkeit und lebt zurzeit in Landeck. Jüngste Veröffentlichung: Weltachse. Erzählungen. Innsbruck: TAK – Tiroler Autorinnen und Autoren Kooperative 2021.


Foto: Margit Weiß/Edition Raetia

In Was man nicht sieht, ist doch da (Edition Raetia) erzählt Margit Weiß von dem zehnjährigen Hans, der 1954 gegen seinen Willen in eine von Altnazis geführte Erziehungsanstalt gebracht wird. Allein im Gärtner findet er einen Menschen, der ihm Hoffnung schenkt. Der Roman erzählt von der willkürlichen Gewalt, der Südtiroler:innen und insbesondere Ladiner:innen in der Nachkriegszeit ausgesetzt waren – Gewalt, über die bis heute kaum gesprochen wird.

Vita Margit Weiß: wurde 1963 in Kufstein geboren, wo sie aktuell auch lebt. Sie studierte in Wien und ist als Psychotherapeutin und Autorin tätig. Für ihren Roman Maddalena geht (Edition Raetia 2024) erhielt sie 2024 den Kulturpreis der Stadt Kufstein.


Fotograf: Nikolas Rode

Emil Kaschka liest ein paar seiner Sprechtexte, für die er mit dem Österreichischen Meistertitel und dem Vizeweltmeistertitel im Poetry Slam ausgezeichnet wurde. Dazu ließt er kurze und noch unveröffentlichte Prosa.

Vita Emil Kaschka: geboren 1996 in Innsbruck, lebt in Wien, ist ein österreichischer Schriftsteller, Poetry-Slammer und Filmregisseur, 2021 veröffentlichte Emil Kaschka seinen Debütroman Grünholz im Grazer Edition Keiper Verlag. 2022 debütierte er auch in der Theaterwelt mit seinem Stück Bruder Jakob im Theater unterm Dach in Berlin Großes Tiroler Literaturstipendiums 2025/2026 in der Sparte Drama


Foto: Daniel Weissenbach

An dem Tag der Sonnenfinsternis 1999 flieht der Erzähler aus der Stadt und zieht sich in eine Unterkunft der Grenzregion zurück. In Schorf (zzoo 2026), einer prosaischen Spurensuche, schildert Daniel Weissenbach die Zeit vor dem Jahrtausendwechsel. Er erzählt von düsteren Endzeitfantasien, die durch die Medien heraufbeschworen werden und einem Exilanten, der droht daran zugrunde zu gehen.

Vita Daniel Weissenbach: wurde 1980 in Zams geboren. In Wien studierte er Germanistik und absolvierte ein Studium der Theater- Film- und Medienwissenschaft. 2019 erschien sein Debütroman „Die Unmöglichkeit“, 2017 wurde der Tonträger „pan pan pan“ veröffentlicht, welcher mehrfach rezensiert wurde. Er lebt und arbeitet in Wien als Autor und Musiker.


Fotografin: Michaela Putz

Das Ich in Familienkörper (Haymon 2025) wächst im Tirol der 80er-Jahre auf, zwischen schneebedeckten Bergspitzen und dem schlammgrünen Fluss, der sich durch die Stadt schlängelt, lebt im Olympischen Dorf. Michèle Yves Pauty erzählt die Geschichte mehrerer Frauenleben, erzählt von den Zusammenhängen zwischen Geschlecht, Herkunft, Klasse, Bildung und Gesundheit; ein großer, ein traurig-schöner Roman.

Vita Michèle Yves Pauty: 1982 in Innsbruck geboren, hat Fotografie und Deutsche Philologie in Wien studiert, sowie Literarisches Schreiben in Hildesheim und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2021 ausgezeichnet mit dem Hilde-Zach-Literaturförderstipendium.


Fotograf: Philip Brunnader

Martin Maders Debüt Am Anfang wieder die Nacht (Otto Müller Verlag) ist eine Collage, die sich zu einer Geschichte verdichtet. Mit Umschlägen voller Geld fängt es an. Nur zur Verwahrung, sagt Marcel und lässt Karla im Ungewissen. Ihrem gemeinsamen Club droht der Untergang. Und als wäre dem nicht genug, kommt noch eine Nachricht von Nico.Ein Riss, der sich vor sechs Jahren in der Silvesternacht ereignet hat, droht aufzubrechen.

Vita Martin Mader: geboren 1987 in Innsbruck, lebt aktuell in Wien und Linz. Er arbeitet als Autor, Dramaturg und Regisseur. 2021 wurde ihm der Rauriser Förderungspreis verliehen. 2022 erhielt er das Dramatiker:innenstipendium des Bundes.